Das Museum in Sant’Agata Bolognese eröffnet eine Ausstellung zum ersten Supersportwagen der Geschichte
Sant’Agata Bolognese, 17. März 2026 – Im Jahr 2026 feiert das Automobili Lamborghini Museum den 60. Geburtstag des Lamborghini Miura mit der Ausstellung „Born Incomparable“, die vom 18. März 2026 bis Januar 2027 zu sehen ist. Der Ausstellungsrundgang erzählt die Entstehung, Entwicklung und das Vermächtnis eines der ikonischsten Modelle der Marken- und Automobilgeschichte.
Zu diesem Anlass präsentiert das Museum eine besondere Auswahl an Miura‑Exponaten, darunter das erste Chassis von 1965 sowie ein Miura P400 S. Im Laufe des Jahres werden außerdem zwei äußerst seltene Fahrzeuge zu sehen sein: der Miura Roadster, ein einzigartiges Projekt des Designstudios Bertone aus dem Jahr 1968, und der Miura SVJ, abgeleitet von einem experimentellen Prototypen, den Lamborghini‑Testfahrer Bob Wallace 1970 entwickelte. Abgerundet wird die Ausstellung durch das Kunstwerk „Disintegrating X – Miura“ des Künstlers Fabian Oefner, das im Originalmaßstab des Miura kreiert wurde. Parallel dazu zeigt das Museum weiterhin weitere legendäre Lamborghini-Modelle wie den Countach, den LM002 sowie die jüngsten Few‑Off‑Kreationen.
Zudem wird Automobili Lamborghini 2026 ein umfangreiches Programm an Jubiläumsaktivitäten ausrichten. Weltweit sind das ganze Jahr über mehrere Initiativen zu Ehren des Miura geplant, darunter die Lamborghini Polo Storico Tour. Diese wird von der Klassikabteilung der Marke organisiert und widmet sich dem legendären Miura. Die Tour führt vom 6. bis 10. Mai durch Norditalien und startet im Piemont. Ihren Abschluss findet sie im Rahmen der Lamborghini Arena. Das große Festival der Marke aus Sant’Agata Bolognese findet am 9. und 10. Mai auf Rennstrecke in Imola statt.
„Für Lamborghini markierte der Miura einen Moment außergewöhnlicher Revolution und einen entscheidenden Impuls für die Zukunft des Unternehmens. Diese Geschichte durch eine Ausstellung zu erzählen, die diesem ikonischen Modell gewidmet ist, ist ein wesentlicher Schritt zur Feier seines 60-jährigen Jubiläums“, erklärt Federico Foschini, Chief Marketing and Sales Officer von Automobili Lamborghini. „Mit dieser Ausstellung möchten wir Besucherinnen, Besuchern und Enthusiasten die Möglichkeit bieten, einige besonders bedeutende Exemplare aus nächster Nähe zu erleben. Zugleich sollen sie die Geschichte des Miura neu entdecken und damit auch seine grundlegende Rolle bei der Prägung der Lamborghini‑DNA“.
Der Ursprung des Miura
Die Ausstellung „Born Incomparable“ umfasst im Erdgeschoss des Museums einen Bereich, der vollständig dem Miura gewidmet ist. Dort werden die wichtigsten Meilensteine seiner technischen und stilistischen Entwicklung anhand besonders repräsentativer Modelle nachvollzogen.
Den Auftakt bildet das Miura‑Chassis – das ursprüngliche Fahrgestell, das 1965 erstmals auf dem Turiner Autosalon präsentiert wurde. Es wurde damals noch vor dem fertigen Fahrzeug gezeigt, als freigelegte, mattschwarz lackierte Struktur mit dem quer hinter dem Cockpit montierten V12-Motor. Das Chassis zog sofort die Aufmerksamkeit des Publikums und der Fachwelt auf sich. Die sehr leichte Gitterrohrrahmenkonstruktion aus Stahl, geprägt von dünnwandigen Rohren und zahlreichen Gewichtsreduzierungen, wiegt lediglich 120 Kilogramm. Sie verkörpert eine radikale technische Lösung, die die damalige Architektur straßenzugelassener Sportwagen nachhaltig prägen sollte.
Neben dem Chassis präsentiert das Museum einen Miura P400 S – die Weiterentwicklung des 1966 vorgestellten ersten Miura. Dieses Modell brachte mehrere technische und komfortbezogene Verbesserungen gegenüber dem P400 mit sich, darunter eine breitere Spur, überarbeitete Koni‑Stoßdämpfer sowie hochwertigere Interieurs. Der 3,9‑Liter‑V12 leistet 370 PS und festigte den Status des Miura als eines der leistungsstärksten Fahrzeuge seiner Zeit. Zugleich unterstrich er die Rolle des Modells als Wegbereiter der Mittelmotor-Supersportwagen.
Miura: Über die Grenzen hinaus
Zu den bemerkenswertesten Fahrzeugen, die sowohl in der Ausstellung als auch im dafür eingerichteten Sonderbereich zu sehen sind, zählen zwei außergewöhnliche Modelle: der einzigartige Miura Roadster und der Miura SVJ.
Der Miura Roadster, der im Januar 1968 auf dem Brüsseler Autosalon präsentiert wurde, entstand als Einzelstück und wurde als Showcar konzipiert. Er verkörpert eine der radikalsten Interpretationen der Miura-Designsprache. Ohne Dach, Seitenscheiben oder Schließmechanismen verwandelt der Roadster die Berlinetta in eine wahre, sich bewegende Skulptur. Das Design betont die Reinheit seiner Linien mit einer niedrigeren, stärker geneigten Windschutzscheibe sowie einem komplett neu gestalteten Heckdeckel, der den Blick auf den V12-Motor freigibt. Das Fahrzeug debütierte in einer eleganten Farbkombination aus Lamè Sky Blue (Blau) für die Karosserie, weißem Lederinterieur und rotem Teppich – ein Auftritt, der auf die Aufmerksamkeit des Publikums und der internationalen Presse ausgelegt war. Diese Optik zeichnet den Roadster auch heute noch aus, nachdem er vor einigen Jahren umfassend restauriert wurde.
Außerdem bereichert der Miura SVJ die Ausstellung um eine weitere Rarität: Der SVJ zählt zu den seltensten und legendärsten Varianten, die jemals vom ersten Supersportwagen der Automobilgeschichte produziert wurden. Die Bezeichnung SVJ leitet sich vom Miura Jota ab – dem experimentellen Prototyp, den Lamborghini-Testfahrer Bob Wallace 1970 entwickelte, um das maximale Leistungspotenzial des Miura nach Motorsport-Gesichtspunkten auszuloten. Nach der Zerstörung des ursprünglichen Jota baten mehrere Kunden Lamborghini darum, straßenzugelassene Fahrzeuge mit ähnlichen Eigenschaften zu fertigen – so entstand der Miura SVJ. Er wurde in äußerst geringer Stückzahl auf Basis vorhandener SV-Modelle gebaut und mit technischen sowie aerodynamischen Lösungen ausgestattet, die vom Rennprototyp inspiriert waren. Der SVJ gilt damit als eine der extremsten und begehrtesten Varianten des Miura überhaupt.
Hommagen an den Miura
Neben den historischen Fahrzeugen präsentiert die Ausstellung auch zeitgenössische Interpretationen, die dem Miura und seinem stilistischen Erbe Tribut zollen. Unter ihnen befindet sich der Aventador LP 780-4 Ultimae Roadster Miura Omaggio – ein besonderes Exemplar und zugleich der letzte jemals produzierte Aventador Roadster, der über das Ad‑Personam-Programm als Hommage an den Lamborghini Miura Roadster desselben Besitzers konfiguriert wurde.
Das Fahrzeug greift mehrere Designelemente des Miura Roadster von 1968 auf: von der Karosseriefarbe Azzurro Flake (Blau), die vom ursprünglichen Prototyp inspiriert ist, bis hin zu glänzend schwarzen Details in Carbonfaser, die den offenen und radikalen Charakter des historischen Modells zitieren. Dieses Einzelstück bildet eine symbolische Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und würdigt das stilistische Erbe des Miura im letzten V12‑Aventador, bevor die Marke in ihre neue elektrifizierte Ära eintrat.
Darüber hinaus zeigt die Ausstellung das Miura Concept, eine 2006 vorgestellte Designstudie zu Ehren des legendären Miura. Das Projekt, das unter der Leitung von Walter de’ Silva – damals Leiter der Lamborghini-Designabteilung – entstand, interpretiert die Proportionen und Linien des berühmten 1960er-Jahre-Supersportwagens in einer modernen Formensprache. Auf Basis der Gallardo-Plattform und an eine zeitgemäße technische Architektur angepasst, stellt das Miura Concept ein Designstück dar, das einige der ikonischsten Elemente des Originals – von den fließenden Linien bis zum flachen Profil – neu interpretiert. Als „What‑if“-Projekt konzipiert, war das Modell nie für die Serienproduktion vorgesehen; dennoch zählt es bis heute zu den beliebtesten Tributen unter Enthusiasten, da es Tradition und Moderne auf eindrucksvolle Weise verbindet.
Der Miura als Kunst
Den Abschluss der Ausstellung bildet ein Kunstwerk des Künstlers Fabian Oefner, das dem Miura gewidmet ist. Das Werk „Disintegrating X – Miura“ erforscht die Struktur und Komplexität des Fahrzeugs anhand einer visuellen Sprache, die Kunst und Ingenieurskunst miteinander verbindet. So eröffnet das Kunstobjekt einen neuen Blick auf eines der revolutionärsten Modelle der Automobilgeschichte.
Für die Entstehung des Kunstwerks begleitete Fabian Oefner über fast zwei Jahre die Restaurierung eines Lamborghini Miura SV aus dem Jahr 1972. Jede einzelne Komponente – von den kleinsten mechanischen Bauteilen bis hin zu größeren Elementen – wurde unter kontrollierten Bedingungen fotografiert und anschließend digital rekonstruiert. Das Ergebnis ist eine zwischen Realität und Imagination schwebende Vision: Der Miura scheint in der Luft zu explodieren oder sich wieder zusammenzusetzen, wobei jedes Fragment nach der Logik von Schwerkraft und Spannung angeordnet ist.
Das Werk verbindet technische Präzision mit künstlerischer Fiktion und verwandelt den Miura in einen hyperrealen Moment, der ausschließlich innerhalb des Bildes existiert.
Mit dieser Ausstellung ehrt das Automobili Lamborghini Museum ein Fahrzeug, das die Definition des Supersportwagens neu geprägt hat. Auch sechzig Jahre nach seinem Debüt steht der Miura weiterhin für Innovation, Design und visionäre Kraft – eine Ikone, die Generationen von Automobilen und Enthusiasten auf der ganzen Welt inspiriert.